Allgemeines über die Sammlung

Der Arbeitselefant in Indien, das Rentier in Lappland oder die Kuh im Allgäu – alle haben eines gemeinsam: die Glocke um den Hals.
In allen Teilen der Welt sind seid Jahrtausenden Nutz- und Haustiere durch ihr Geläut gekennzeichnet. Der Klang, die Form und Größe der Glocken unterscheidet sich natürlich erheblich nach Land, Religion und Tier.

In 35 Jahren eifriger Sammelleidenschaft haben Frieda und Rudolf Daub mehr als 400 Exemplare aus rund 3000-jähriger Tierglockengeschichte zusammengetragen. Das Interesse für Tierglocken des Ehepaares aus Ulm begann mit einer amüsanten Geschichte:
Da der Architekt Rudolf Daub bei Bergtouren seiner Frau Frieda immer vorauseilte, schenkte die Tochter den beiden zwei kleine Glöckchen. Mit diesen sollten sie sich auf Bergpfaden stets wieder finden.

Das brachte das Ehepaar auf die Idee, beim Wandern die Kuhglocken näher anzuschauen, die den Tieren ja zum gleichen Zweck umgehängt worden waren. Damit war der Grundstein für die Sammlung gelegt.

Ob als Schmuck oder um böse Mächte fernzuhalten, als Warnsignal oder Erkennungszeichen - es gab und gibt zahlreiche Gründe, Tiere mit Glockengeläut auszustatten. Außer dem Fisch gibt es kaum ein Tier, das noch nie in seiner Kulturgeschichte eine Glocke getragen hätte.
Schellen und Glocken werden den Tieren aus verschiedenen Anlässen und zu verschiedenen Zwecken umgehängt.

Am Anfang stand vermutlich die kultische Funktion der Glocke. Ihr Klang sollte vor bösen Mächten schützen und gute Geister herbeirufen.
Aber Glocken dienten auch immer schon als Schmuck, etwa bei Opfertieren oder bei heiligen Tieren.

Beim Almabtrieb werden noch heute die schönsten Kühe mit großen Schellen geschmückt. Zugleich kennzeichnen die verschiedenen Geläute zusammen mit dem Riemenschmuck das Eigentum der einzelnen Bauern.

Die wichtigste Funktion der Tierglocke ist jedoch ihr Gebrauch als Signalinstrument. Hirten dient das Geläut als akustisches Signal, um Weidetiere im unwegsamen Gelände leichter wieder zu finden. Auch die Tiere selber orientieren sich an den lauten, teils scheppernden, teils wohltönenden Klängen der Glocke, die beispielsweise das Leittier einer Schafherde oder einer Kamelkarawane trägt.

Seit über 3000 Jahren werden Glocken von Haus- und Nutztieren getragen. Funktionen, Formen und Materialien der Tierglocken sind entsprechend den unterschiedlichen Kulturkreisen, aus denen sie stammen, äußerst vielfältig.

Weltweit werden für die Klangspiele neben Metall, aus dem Glocken gegossen oder Schellen und Rollen geschmiedet werden, auch Holz, Elfenbein oder Leder verwendet.Teilweise schnitzt man aus Knochen und Horn auch Klöppel.